Lehrermangel: SO NICHT! 17.02.2020

Lehrkräfte haben mehr Wertschätzung verdient

Die beiden Bezirksvorsitzenden Katja Meidenbauer und Manuel Sennert trafen sich am 17.2.2020 mit MdL Anna Toman von Bündnis 90/Die Grünen, um über den Lehrermangel und die angekündigten Notmaßnahmen des Kultusministeriums zu sprechen.

Alle waren sich einig, dass der Stil, wie die Notmaßnahmen verkündet wurden, nicht angemessen war: Die Lehrkräfte mussten aus der Presse erfahren, was das Kultusministerium plant. Katja Meidenbauer prangerte an, dass vor allem die älteren Kolleginnen den „Karren aus dem Dreck ziehen“ müssen, denn sie sind dreifach von den Notmaßnahmen betroffen: Vor allem durch die Erhöhung der arbeitsmarktpolitischen Teilzeit auf mindestens 24 Stunden. Dazu kommt für die 50 – 56 Jährigen, dass sie als 1. Kohorte zusätzlich die 1 Stunde Arbeitszeitkonto ab nächstem Schuljahr mehr arbeiten müssen sowie, dass der Antragsruhestand auch noch ein Jahr in die Ferne rückt, da er von 64 auf 65 Jahre geschoben wird. „Viele Kolleginnen sind enttäuscht und zutiefst getroffen von der geringen Wertschätzung durch ihren Dienstherrn für ihre bisherige Lebensleistung.“, zeigt sie auf.

Manuel Sennert unterstreicht: „Das ist kontraproduktiv. Wir brauchen motivierte Kolleginnen und Kollegen an den Schulen, da die tägliche Arbeit durch viele zusätzliche Aufgaben, wie Lernentwicklungsgespräche, immer ausführlichere Dokumentationen, kompetenzorientierte Zeugnisse – die es im Übrigen nur in der Grundschule und Mittelschule gibt -, Digitalisierung, Inklusion, Integration, Ganztag, Informatik als neues Fach, verpflichtende Fortbildungen, Evaluation etc. erschwert wird. Und welche jungen Männer und Frauen sind bei diesen Aussichten motiviert, Lehramt zu studieren?“

Welche Maßnahmen die Lehrkräfte als Signal und Zeichen der Wertschätzung jetzt brauchen, wurde auch erläutert: Die Rahmenbedingungen sowohl im Studium als auch im Schulalltag müssen attraktiver und besser werden. Zudem muss das Lehramtsstudium flexibler und anders gestaltet werden, um den Schweinezyklus zu durchbrechen und zu gewährleisten, dass zukünftig kein so eklatanter Lehrermangel mehr entsteht, der solch drastische Maßnahmen mit sich bringt. „Doch vor allem muss das Signal kommen: Bildung ist unser höchstes Gut und ist uns etwas Wert. Wir schätzen die Arbeit an der Bildung unserer Kinder einer Grundschullehrkraft und einer Mittelschullehrkraft genauso, wie die einer Realschullehrkraft oder einer Gymnasiallehrkraft. Daher sollen auch alle gleichwertig mit dem Einstiegsgehalt A13 bezahlt werden.“, forderte Katja Meidenbauer. Dem stimmte Frau Toman zu. Zudem wurden weitere Entlastungen, wie eine Verschlankung der Zeugnisse, die Aussetzung der Evaluation und die Bitte um mehr Ruhe in der Schule und weniger neue Küraufgaben erläutert.